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Die Geschichte des SC Kalscheuren

Vom Boxen und Handball zum Fußball

 

Die Männer, die sich 1949 in der Gaststätte Lahnstein trafen, um einen Verein zu gründen, waren zuerst vom Boxen und Handball angetan. Nach mehreren Trainingsabenden mit diesen Sportarten sah man schnell ein, das der Fußball das einzige richtige Spielgerät für die Männer und Jugendlichen in Kalscheuren war. Es fanden sich mit Toni Lahnstein, Jupp Thiesen, Josef Martin, Alfred Tenner und Karl Ingenerf Männer, die dann die Gründung des Fußballvereins SC Kalscheuren wahr machten.

Die Gründung des SC Kalscheuren

Was die Organisation eines Vereins betraf, brachte Jupp Thiesen von der Reichsbahn Sportgemeinschaft die nötige Erfahrung mit. Als 1. Vorsitzender des Vereins konnte man Karl Ingenerf, Rektor an der Volksschule in Kalscheuren war, gewinnen. Weitere Vorstandsmitglieder waren die Kollegen Thiesen, Lahnstein, Hollmann und Mau. In Kalscheuren gab es nun den SCK 1949, aber auch ein Problem. Wo sollte man nun seine Spiele austragen, wo das Training abhalten? In Eigenleistung wurde eine Wiese, die an das Gelände der Malzfabrik Thywissen grenzte, zu einem Trainingsplatz umgewandelt. Für die Heimspiele fand man in dem SC Meschenich einen Verein, der seinen Platz zur Verfügung stellte. Oft genug machten sich in der Anfangszeit Spieler und Zuschauer zu Fuß auf, um die Spiele in Meschenich auszutragen.


Der erste Aufstieg, die ersten Erfolge

Im Jahre 1950 wurde dem SC Kalscheuren an der Malzfabrik ein Sportplatz erstellt. Die Freunde im Verein und bei den Bewohnern des Ortes, die mit wenigen Ausnahmen hinter dem Fußballclub standen, war natürlich sehr groß. Aller Anfang war schwer, darum war im ersten Spieljahr das Siegen nicht einfach. Es gelang erst im letzten Spiel, durch einen 3:0 Erfolg gegen Deutz. Lahnsteins Gaststätte platzte danach aus allen Nähten. Es war der Beginn des Superspieljahres 1950/ 51 für die roten Teufel von der Malzfabrik. So wurde die Mannschaft wegen der Vereinsfarbe Rot-Weiß von nun ab von der Presse genannt. Es folgte Sieg auf Sieg und am Ende war der Aufstieg in die 2. Kreisklasse, zwei Jahre nach der Gründung geschafft.
Mannschaft 1951 - 1953. Spieler: Königsfeld- H. Wensky - J. Mohr - Windt - W. Wensky - Ruff - Müllewitz - Esser - Pütz - Scherdel. Vorstandsmitglieder: Ingenerf - Lahnstein - Thiesen - Hollmann - Ortlauf - Olef - Mau - Hartmann
Im gleichen Jahr gewann man im Hürther Stadion mit 2:1 gegen Berrenrath den Pokal der Gemeinde Hürth. Durch die hervorragende Arbeit des Vorstandes war die Blütezeit des SC Kalscheuren nicht mehr aufzuhalten. Vor allem weil auch durch H. Königsfeld, T. Lahnstein und durch die FA. Thywissen ( Malzfabrik ) dem Verein gerne unter die Arme gegriffen wurde. Der Verein war für die Spieler und Mitglieder eine große Familie.
1949 gelang es ebenfalls, mehrere Jugendmannschaften am Spielbetrieb des Landkreises Köln teilnehmen zu lassen. Als Jugendleiter brachte H. Mund die Mannschaft direkt auf Erfolgskurs. Diese sollten sich in den nächsten Jahren nicht ändern. Staffelsiege, Turniersiege und Siege in den Auswahlspielen konnte man verbuchen.
Durch die gute Jugendarbeit konnte man zwischen 1950 und 1960 auch den Leistungsstandard der Seniorenmannschaften hochhalten. Die Jungs, die aus der Jugend in die 1. und 2. Mannschaften eingereiht wurden, hatten durch die Seniorenspieler der ersten Mannschaft gute Vorbilder. Als Chronist möchte ich ein paar Aktive nennen: Da waren die Brüder Mohr, Wensky, Scherdel, Reinartz, Honert und die Spieler Windt, Königsfeld, Ruff, Robberts, Olef, Esser u.v.a.m.


Der SC Kalscheuren wird international

Jupp Thiesen knüpfte 1953 die ersten internationalen Kontakte. Erstmals konnte eine englische Mannschaft aus London nach Kalscheuren eingeladen werden. Die Engländer genossen mehrere Tage die Gastfreundschaft unserer Spieler und Mitglieder. Man zeigte, dass man nicht nur die zwei Halbzeiten eines Spiels beherrschte, sondern sich in der sogenannten 3. Halbzeit im Sportlokal Lahnstein noch steigern konnte.
Man erinnert sich sich dabei sehr gerne an Helmut Wensky und seine Gitarre. Stundenlang spielte er das Vereinslied Rot und Weiß, wie lieb ich dich. Ob Sieg oder Niederlage, die dritte Halbzeit gehörte viele Jahre Helmut. Bewunderer meinten, er spielte auch auf Stacheldrath weiter.
Mannschaft 1953- 1954; Spieler: J. Scherdel - H. Ruff - R. Mohr - J. Mohr - J. Scherdel - J. Martin - R. Windt - W. Wensky - H. Wensky - J. Zimt - F.-J. Roberts Im Jahre 1953 übernahm das Amt des ersten Vorsitzenden Toni Lahnstein, und Karl Ingenerf wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Unter Toni Lahnstein wurde die erfolgreiche Arbeit fortgesetzt. Toni Lahnstein lebte Tag und Nacht für den Verein. Es war ein Vorsitzender, dem der SC Kalscheuren heute noch Dank schuldet. Unter seiner Leitung blieb der Mannschaft des SCK nichts anderes übrig, als erneut aufzusteigen.


Auf- und Abstieg begleiten den SC Kalscheuren

Dies gelang auch in der Saision 1958/ 59. Von diesem Zeitpunkt an spielte die Mannschaft in der 1. Kreisklasse. In dieser Klasse spielte man ebenfalls eine gute Rolle. Man stand kurz vor dem Aufstieg in die Bezirksklasse, im Mai 1961 erreichte den SCK die bis dahin negativste Nachricht seit der Vereinsgründung: die Leitfigur des SCK, der allseits geliebte Vorsitzende Toni Lahnstein, war verstorben.
Es mußte weiter gehen, und es ging auch erfolgreich weiter. Im Jahre 1962 zog man, nach dem man auch klassenhöhere Gegner geschlagen hatte, zum zweiten Mal ins Endspiel des Gemeindepokals ein. Es war ein Spiel gegen den Klassenhöheren SV Kendenich. Vor mehreren hundert Zuschauern entwickelte sich dieses Spiel zu einem der spannendsten Endspiele, die in diesem Pokal ausgespielt wurden. Am Ende mußte man sich nach einer 3:0 Führung auf dem Kendenicher Sportplatz noch mit 4:3 dem Gastgeber geschlagen geben. Es blieb der Mannschaft nicht erspart, in der darauf folgenden Saison den Abstieg in die 2. Kreisklasse anzutreten. Der sofortige Wiederaufstieg war das Ziel. Es wurde in der Saisson 1963/ 64 geschafft.
Aufstieg 1963 - 64; Spieler: J. Reinartz - V. Derstroff - J. Mohr - H. Reinartz - H. Hermann - H. Scherdel - E. Schinke - H. Enkel - H. Schaaf - F. Hermann - A. Blauhut - H. Michels; Trainer: M. Sester; Vorsitzender: K. Hächler
Mitte der 60er Jahre (1966 - 70) machte der Verein, auch hervorgerufen durch mehrere Vorstandswechel, ein kleines Tief durch. Der Abstieg in die 2. Kreisklasse war nicht zu vermeiden. 1969 wurde Josef Arenz neuer Vorsitzender des Sportclubs.
Es war ein Mann, der wie Toni Lahnstein mit Herz und Seele für den Verein da war. Der Club erlebte unter seiner Führung ein sehr erfolgreiches Jahrzent. Der Erfolg stellte sich bestimmt auch deshalb ein, weil mit Toni Friedl ein Jugendleiter gefunden wurde, der es fertig brachte, immer wieder gute Jugendspieler in die Seniorenmannschaftten zu führen. Durch Staffelsiege der A 1 und der G 1 Mannschaften machte der SCK wieder auf sich aufmerksam. Die C- Jugend schaffte es in einem Jahr mit 32:0 Punkten und 119:11 Toren Gruppensieger zu werden. Selbstverständlich gewann man mit dieser Mannschaft auch den Gemeindepokal.
Gegen internationale Mannschaften aus Belgien, Holland und England wurde in Spykenisse vor über tausend Zuschauern der Turniersieg errungen. Es war für die Jugendlichen ein unbeschreibliches Erlebnis. In der Spielzeit 1969/ 70 gelang der zweiten Mannschaft der Aufstieg in die 2. Kreisklasse.
Aufstieg 2 Mannschaft 69-70; Spieler: T. Friedl - H. Behrens - K.H. Schäfer - J. Reinartz - A. Blauhut - T. Honert - W. Hartwich - J. Mohr - H. Enkel - J. Mumereit - P. Kirion - H. Marquart - R. Schlalos
Die erste Mannschaft, die ebenfalls in der 2. Kreisklasse spielte, war nun in ihrem Stolz getroffen. Sie setzte alles daran, wieder einen Klassenunterschied herzustellen. In der Spielzeit 1971/ 72 schafften sie dann auch den Aufstieg in die erste Kreisklasse.


Aufstieg 1. Mannschaft 71 - 72; Vors.: J. Arenz; Trainer: Sönksen; Spieler: Honert - Linnartz - Dott - Wollny - Mumereit - Hardt - Dittfach - Krohn - Jantschick - Funck - Uhr - Blauhut - Hermanns - Schmitz
Dass man Erfolg auch durch faires Verhalten auf dem Fußballplatz erringen kann, zeigte sich daran, dass die Mannschaft in der Saison 1973/ 74 den Fairnispokal des Kreises überreicht bekam. Im gleichen Jahr konnte der SC Kalscheuren eine zweite Altherren Mannschaft stellen, die nun als AH II dem Spielbetrieb nachging.
Alte Herren 2; Betreuer: Schäfer; Spieler: Derstroff - G. Blauhut - A. Blauhut - Honert - Krähmer - Faust - Mohr - Lennartz - Scharffeld - Behrens - Gehrmann.
Die erste AH, Die seit 1959 ihren Spielbetrieb aufgenommen hatte, feierte ein Jahr später, 1974, ihr 25 jähriges Bestehen.
Alte Herren 1; Betreuer: Windt und Peter; Spieler: Piert - Best - Schmitz - K.H. Schäfer - Hartwich - M. Schäfer - Kurth - Hermann - Dittfach - Arenz - Torkarski - Königsfeld - J. Schäfer
Die erste Mannschaft SC Kalscheuren blieb sich selber treu, mal oben dann wieder unten. Wieder wurde der Weg in die 2. Kreisklasse angetreten. Doch schon in der Saison 1978/ 79 gelang der erneute Sprung in die 1. Kreisklasse.

Aufstieg 1978 - 79

Im gleichen Jahr feierte der Verein sein 30 jähriges Bestehen. Vielleicht war es als Belohnung für gute Vereinsarbeit gedacht, dass die Stadt Hürth 1980 auf dem Sportplatz an der Malzfabrik eine neue Spieldecke auftragen ließ. In dieser Zeit traf den SC Kalscheuren nach dem Ableben von Toni Lahnstein 1961 ein zweiter großer Verlust, durch den Tod von Josef Arenz, der ein Jahrzehnt die Geschicke des SC Kalscheuren gelenkt hatte und dem der Club genau wie seinem Vorgänger Dank schuldet.
Es zeigte sich eine große Leere im Verein. Doch durch tatkräftige Arbeit des neuen Vorstandes Günter Stier, Stefan Robens und Werner Krohn konnte der Verein weiter in ordentlichen Bahnen gehalten werden. Durch Schließung der Schule wurde es immer schwieriger, vernünftige Jugendarbeit zu leisten. Jugendleiter Norbert Langen schaffte es trotzdem noch, eine A, B und D Mannschaft im Spielbetrieb zu halten.
Dem Verein gelang es Mitte der 80er Jahre, drei Seniorenmannschaften am Spielbetrieb des Kreises 16 teilnehmen zu lassen. Jedoch der Abstieg in die B- Klasse war nicht zu verhindern. Die Jugendarbeit mußte im Jahr 1987 vorübergehend eingestellt werden. Zwei Jahre später konnte Winfried Bauer als Jugendleiter mit neuen Mannschaften den Spielbetrieb wieder aufnehmen.
Die Malzfabrik - Begleiter des Vereins Unter großer Beteiligung konnte im Saal Mohr im Juni 1989, das 40jährige Vereinsjubiläum gefeiert werden.

Am Festabend konnte nach der Begrüßung des 1. Vorsitzenden Josef Mohr und der Festrede des Ehrenvorsitzenden Karl Ingenerf mehreren Mitgliedern die goldene Verdienstnadel des FVM durch den Kreisvorsitzenden A. Kappes überreicht werden. Ehrung beim 40jährigem Jubiläum durch Kreisvorsitzenden A. Kappes und Vorsitzenden Josef Mohr. Geehrt wurden die Mitglieder: Hermann - Faßbender - Schäfer - Glüge - Dittfach - Warstat - Schwerfen - Arenz - Krähmer - Ausschner mit der silbernen und goldenen Verdienstnadel des FVM.


Der SC Kalscheuren zieht um

Wie vorher geschildert, konnte 1991 der erst 1989 von der Stadtverwaltung in Angriff genommene Sportplatz bespielt werden. Der Spatenstich erfolgte am 23. April 1991 und schon Ende August wurde der Fußballplatz eingeweiht. Eine wahre Meisterleistung der Verwaltung der Stadt Hürth. Leider konnte unsere 1. Mannschaft ein paar Jahre später den Abstieg in die C- Klasse, wenn auch nur durch Punktabzug am Ende der Saison nicht verhindern. Es war die dunkelste Stunde des SC Kalscheuren. Seit den Neuwahlen 1994 versucht der heutige Vorstand, dem Verein wieder eine gesunde Basis zum vernünftigen Weiterleben zu geben.

Nachdem 1993 nur eine Mannschaft am Spielbetrieb des Kreises 16 teilnahm, ist es gelungen, dass seit 2 Jahren eine 2. Mannschaft an der Meisterschaftsrunde teilnimmt. Ebenfalls spielen zwei Freizeitmannschaften, nach Rückschlägen gelang es in der Spielzeit 97/98 mit zwei Mannschaften zu starten. In diesem Jahr verpasste die 1. Mannschaft im Sommer 98 nur durch eine Niederlage im Relegationsspiel den Aufstieg in die Kreisliga B.


Das 50. Jubiläum

ünktlich zum 50. "Geburtstag" machte die ersten Mannschaft den Mitgliedern dann das schönste Geschenk. Durch einen Sieg im Aufstiegsspiel gelang der verdiente Einzug in die Kreisliga B. Dies wurde in einem Festakt gebührend gefeiert, auch wurden an diesem Abend zahlreiche Mitglieder für Ihre Treue zum Verein geehrt, darunter auch die noch lebenden Gründungsmitglieder.
In der Spielzeit 1999-2000 dann der Aufstieg in die Kreisliga A, nur um im Folgejahr 2000-2001 den Abstieg nicht abwenden zu können. Die folgenden 3 Spielzeiten gelang unter dem Trainer Richard Valtinke bedauerlicherweise nicht der Wiederaufstieg.
Unter dem neuen Trainer musste der Verein dann den erneuten Abstieg hinnehmen. Erneut unter Richard Valtinke könnte der Wiederaufstieg in die Kreisklasse B geschafft werden. Die Klasse wurden jedoch nicht lange gehalten, dafür begann eine AH-Mannschaft nach langen Jahren den aktiven Spielbetrieb. Unter einem neuen Vorstand startet der Verein dann mit 2 Mannschaften in die Spielzeit 2008-2009, wobei die 2. Mannschaft bis ein paar Spieltag vor Ende der Saison noch gute Aussichten auf den Aufstieg hatte.
Seit 2009-2010 spielten wir mit einer Mannschaft und die AH-Mannschaft spielt unregelmäßig und würde sich noch über den ein oder anderen Spieler freuen. Durch die Endscheidung der Stadt Hürth wird der Verein im Sommer 2010 kurzfristig den Sportplatz in Kalscheuren aufgeben müssen, da dieser aus Kostengründen nicht länger bewirtschaftet wird. Die Mannschaft wird dann nach heutigem Stand im Schulzentrum in Hürth-Mitte spielen und trainieren.


Wir versuchen ständig, unsere Geschichte zu aktualisieren. Sollten Ihnen Fotos oder Informationen über die Vereinszeit vorliegen, bitten wir Sie, uns diese zukommen zu lassen! Vielen Dank!